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Kantonale Frühlingsexkursion 2015

Ein Hotspot der Biodiversität

Vogel- und Naturschutz Vogelfreunde auf der Spur seltener Pflanzen und Tiere

Fast könnte man meinen, die Natur habe sich extra für diesen Anlass in Schale geworfen und sich von der besten Seite gezeigt. Auch das Wetter liess sich nicht lumpen. Die Sonne begleitete die etwa 80 Teilnehmenden der Frühlingsexkursion des kantonalen Vogelschutzverbandes auf ihrem Ausflug in der Grenchner Witi. Die Naturfreunde spürten unzählige Vogelarten und seltene Pflanzen auf. Zwei Goldammern präsentierten sich mit ihrem gelben Kleid auf herausragenden Zweigen und sangen. Nachtigallen, die man im dichten Unterholz meist gar nicht sieht, hüpften auf dem Weg hin und her. Nacheinander hoben sich Silber-, Seiden- und Graureiher aus dem Gras. Ein Highlight stellte die Grauammer dar, die auf dem obersten Wipfel eines Ahorns sass und mit dem Spektiv in Sichtweite geholt wurde. Eine Vogelart, die im Kanton nur in der Witi vorkommt. Das seltene Trugdoldige Habichtskraut blühte entlang der Wege. Auch die olfaktorischen Sinne wurden bedient: Wilder Kümmel verströmte seinen unverkennbaren Duft, das Bukett die Weinrose erinnerte an süsses Obst. Leider waren auch unerwünschte Pflanzen- und Tierarten anzutreffen, wie Essigbaum oder Japanischer Knöterich. Am Altwasser sonnte sich gar eine Rotwangenschmuckschildkröte, die ganz bestimmt nicht zur einheimischen Fauna gehört. „Als Fleischfresser ist das ein böser Räuber“, bemerkte Thomas Lüthi, Präsident des Kantonalverbandes.

Projekt zeigt Erfolge

Organisiert hat die Exkursion der Vogel- und Naturschutz Grenchen (VNSG). Einerseits zum Anlass seines zehnjährigen Bestehens. Andererseits hat sich der Verein aktiv beim kantonalen Riedförderungsprojekt engagiert, das in den letzten vier Jahren durch das Amt für Raumplanung realisiert wurde. Ziel war die Förderung der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt und die Wiederansiedlung verschwundener Arten. Abertausende von Pflanzen wurden in den Boden gesteckt und Hecken gesetzt, um Vernetzungsstrukturen zu schaffen. Projektleiter Jonas Lüthy freut sich, dass die Bemühungen schon Früchte tragen. „Das hohe Veilchen samt bereits ab und die Kreuzkröte hat wieder Fuss gefasst.“ Kantonalverbandspräsident Thomas Lüthi nannte die Witi einen „Biodiversitäts-Hotspot“.

Landwirtschaft und Natur

Die Witi, einstmals ein unberechenbares und gefährliches, von Überschwemmungen bedrohtes Gebiet, wandelte sich durch Gewässerkorrektur und Drainage zu fruchtbarem Ackerland, führte Verena Tobler, Vizepräsidentin des VNSG, aus. Viele Tier- und Pflanzenarten seien durch die Trockenlegung und intensive Bewirtschaftung verschwunden. „Ziel ist nun, eine ausgewogene Balance zwischen Landwirtschaft und Natur zu finden“, sagte sie. Hoffnung auf Erfolg bestehe, so Tobler, denn das Gebiet wurde ins Bundesinventar der schützenswerten Landschaften von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Im Anschluss an die Exkursion diskutierten die Naturfreunde bei Bratwurst und hausgemachten Kuchen noch intensiv über Flora und Fauna. Sie durften im Maschinenunterstand des Staader Bauern Markus Schaad das Gastrecht geniessen.

 

Bericht: Marlene Sedlacek

 

Weitere Informationen zum Riedförderungsprojekt finden Sie hier

Bilder T. Lüthi, C. Suter

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